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Drehbuch: Florin Șerban

Regie: Florin Șerban

Produzent: Florin Șerban, Jonas Katzenstein, Maximilian Leo, Marie-Pierre Macia, Juliette Lepoutre

Darsteller: Rafael Florea, Hilda Péter

Kamera: Marius Panduru

Szenenbild: Mihaela Poenaru

Kostüm: Augustina Stanciu

Maske: Astrid Weber

Schnitt: Eugen Kelemen

Herst. Leitung: Philipp Stendebach

Produzent: Fantascope

Koproduzent: augenschein Fimproduktion, MPM Film

Sender: ZDF/ARTE

World Sales: The Match Factory

Förderung: Film- und Medienstiftung NRW, Eurimages

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Box


Ein Film von Florin Șerban

Kinostart: 10. November 2016


Trailer

 

 

SYNOPSIS


Die einzige Gemeinsamkeit in Rafaels und Cristinas Leben ist das Lampenfieber, so scheint es. Rafael entstammt einer Romafamilie aus ärmlichen Verhältnissen, verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Waschen von Autos, lebt zusammen mit seinem eigensinnigen Großvater und steht vor dem Durchbruch als professioneller Boxer. Cristina ist in den Mitt-Dreißigern, Mutter eines Kindes, verheiratet und Schauspielerin im örtlichen Theater.


Ohne sich zu kennen gehen sie täglich den gleichen Weg und eine kleine Ewigkeit vergeht, bis sie sich endlich gegenüberstehen. Nichts scheint sie miteinander zu verbinden, außer Schweiß, Blut und Tränen. So unterschiedlich erscheinen ihre Welten, dass die aus ihrer Begegnung leise und sachte wachsende Liebesgeschichte in Verwunderung versetzt.


Doch langsam verdichtet sich die Sichtweise auf ihre Leben und es zeigt sich, dass sie so unterschiedlich nicht sind: Cristinas Mann ist der Star des Theaterensembles und überschattet ihr Schaffen; während der Proben zu einem Stück wird sie vom Regisseur gemobbt. Rafael wird von seinem Trainer dazu ermutigt den nächsten Kampf zu verlieren und damit in die Machenschaften der Wettmafia gezogen.

Rhythmus und Choreographie sind wichtige Aspekte in ihren Welten und in dieser Bewegung verbinden sich ihre Schicksale miteinander. Unaufdringlich und still sind die Bilder, passend zu dem beinahe hypothetischen Konstrukt ihrer Liebe, welches am Ende des letzten Aktes umso würdevoller erscheint. 

 

 

REGIESTATEMENT

DIE GESCHICHTE


BOX ist die Geschichte zweier Leben. Eines, das sich nah am Boden orientiert und eines, das hoch hinaus will, ­zu hoch. Beide Leben sind irgendwie krumm und gebrochen. Eines findet die Stärke, um emporzustreben. Das andere schwimmt hinweg in die Stille.

DIE CHARAKTERE

Es gibt Menschen, für die das Leben eine Art Sturm ist, donnernd und gemischt mit der Aggressivität des Jägers und der Entschlossenheit eines Führers. Es sind Menschen, die den natürlichen Impulsen folgen und die auf ihre innere Stimme hören, die sie häufig ins Verderben führt. Wenn sie lachen, tun sie das mit ganzem Herzen und sie denken nicht an morgen. Wenn sie wütend sind, ist es genauso. Manchmal haben diese Menschen etwas sehr Ehrliches und Wildes, und sie tun sich schwer damit, sich gesellschaftlichen Umgangsweisen zu fügen. Manchmal lernen es manche jedoch sich anzupassen, und haben damit für immer etwas verloren -oder gewonnen. Wer weiß... Ich war immer fasziniert von solchen Menschen, die etwas Unberührtes tief im Inneren bewahrt haben, obwohl dieses ‛etwas“ nicht immer etwas Gutes ist. In der Recherche für diesen Film habe ich einige solcher Menschen eingeladen, meinen Schauspiel-Workshop zu besuchen. Viele waren Roma, manche nicht. Einige hatten im Gefängnis gesessen, einige andere... noch nicht. Einige von ihnen waren in der Lage, ihre Wut anders auszudrücken und wendeten sich Kontaktsportarten, insbesondere dem Boxen zu. Dort lernten sie Disziplin, Respekt vor anderen, Entschlossenheit usw. Aber manchmal, wenn man sie in die Ecke drängt, kommt diese ehrliche, ursprüngliche Wut zurück -und dann ist sie laut und klar zu hören. Teil des Films ist über diese Wut.


Es gibt andere Menschen, für die das Leben ein Kampf ums Überleben ist, ein endloser Krieg mit vielen Schlachten, einige werden gewonnen, einige verloren. Es ist unerheblich, wie viele Kämpfe da schon waren, es werden noch viele folgen. Diese Menschen haben vergessen, was Glück oder was Lachen heißt. Sie fliegen hoch oben, ohne über die Erde und den Wald unter ihnen nachzudenken. Sie versuchen einen Grund für ihren Flug zu finden, und wenn sie keinen mehr sehen, werden die Flügel schwach und sie stürzen ab zur Erde. Oder noch schlimmer, sie werden mit anderen toten Vögeln vom Wind fortgetragen -in den Norden, den Süden, den Osten oder den Westen... Es liegt eine Art Schamlosigkeit darin, diese Leute zu enttarnen, darin, ihre gebrochenen Flügel zu entblößen. Es liegt etwas Ungehöriges darin, ihre Flügel im Wind brechen zu hören. Teil des Films ist über dieses Brechen.

Ich möchte einen Film machen, der diese Wut und das Brechen vereint, und auch immer wieder voneinander trennt. 

 

 

REGIE


Ausnahmeregisseur Florin Șerban studierte und lehrte an der Columbia Universität in New York und verfügt über einen Master-Abschluss in Filmregie. Im Jahre 2002 schloss er bereits die „Romanian National University for Film and Theatre“ ab. 1998 erhielt er den Master in „Philosophie und Hermeneutik“.

Während seiner Studienzeit war er Autor und Regisseur von Kurz- und Dokumentarfilmen und gewann zahlreiche Preise und Stipendien. Mit seinem Regie-Debut, dem Spielfilm IF I WANT TO WHISTLE, I WHISTLE, gewann er bei der Berlinale 2010 zwei Silberne Bären, den großen Preis der Jury und den Alfred Bauer Award für innovatives Kino. Der Film erhielt viele weitere Preise.