Aktuell   Repertoire   DVD   Pressematerial   Kontakt / Impressum   YouTube 
 

[ >> PresseMaterial ]

 

D 2016/ 75 min/ DCP/ 16:9/ 5.1 Ton/ dt. & frz. OT mit dt. & engl. UTs

Buch/ Regie/ Ton: Kamilla Pfeffer

Kamera: Magdalena Hutter

Schnitt: Rune Schweitzer, Stefanie Kosik

Dramaturgische Beratung: Felix Kuballa

Musik: Markus Aust

Mischung: Ralf Schipke

Farbkorrektur: Ewald Hentze

Betreuung: Prof. Dietrich Leder, Prof. Dr. Sabine Rollberg, Andreas Altenhoff

Produktion: gebrueder beetz filmproduktion

Koproduktion: Kunsthochschule für Medien Köln, Kamilla Pfeffer

Förderung: Film- und Medienstiftung NRW

Uraufführung: Internat. Filmfestspiele Berlin 2016, Sektion Perspektive Deutsches Kino


WER IST ODA JAUNE?

Ein Dokumentarfilm von Kamilla Pfeffer

Kinostart: 23.06.2016


Trailer

Stadt  Kino  Termin  Info   
Berlin  Eva Lichtspiele  ab 23.06.2016     
Berlin  filmkunst 66  ab 23.06.2016     
Berlin  Babylon Mitte  ab 23.06.2016  am 24.6. 20.00 Uhr Regisseurin und Protagonistin zu Gast   
Berlin  Lichtblick  ab 23.06.2016     
Berlin  Tilsiter Lichtspiele  ab 23.06.2016     
Bonn  Rex  ab 23.06.2016     
Cottbus  Obenkino  19.07.2016     
Duisburg  Filmforum  23.07.+26.07.2016     
Dsseldorf  Cinema  ab 23.06.2016  am 23.06. 19.00 Uhr Regisseurin zu Gast   
Erlangen  Manhattan  17.07.-20.07.2016     
Frankfurt  Mal Sehn Kino  ab 23.06.2016     
Freiburg   Friedrichsbau  ab 07.07.2016  Matineen   
Hamburg  Abaton  ab 23.06.2016  am 26.06. 11.00 Uhr Regisseurin zu Gast   
Hannover  Kino im Knstlerhaus  27.08.-31.08.2016     
Kln  Filmpalette  ab 23.06.2016     
Kln  Odeon  ab 23.06.2016     
Leipzig  Luru  ab 23.06.2016     
Nrnberg  Meisengeige  ab 23.06.2016     

 

 


„Die deutsch-bulgarische Malerin Oda Jaune ist keine Frau der vielen Worte. Aber wie sie etwas sagt, klingt schön und ist besonders. Sie spricht leise, aber laut durch ihre Malerei. Sich diesem Prozess der Wort-Bild-Findung anzunähern, wagt die KHM-Studentin Kamilla Pfeffer in ihrem Abschlussfilm ‚Wer ist Oda Jaune?’ (P: Gebrüder Beetz Filmproduktion, Co-P: KHM Köln) und schenkt uns ein sehr intimes Porträt der Künstlerin.“

Aus: Pressemitteilung vom 21. Dezember 2015, 66. BERLINALE Perspektive Deutsches Kino 2016

 

 

Synopsis


Sie malt verwachsene, verstümmelte Menschen, sie malt Nackte ohne Geschlecht, Köpfe ohne Gesicht. Verstörende Bilder, die wehtun. Und sie malt Menschen im Glück, Menschen im Paradies, Menschen, die fliegen können. Zarte Bilder, die anrühren. Sie heißt Oda Jaune, stammt aus Bulgarien (*1979), hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, wurde Meisterschülerin bei Jörg Immendorff. Und seine Frau.

Nach Immendorffs Tod 2007 wollte sie weg aus Deutschland, anderswo von vorn anfangen. Sie ging nach Paris, fand ein Atelier inmitten der Stadt. Und einen Galeristen: Daniel Templon. Der hat schon Andy Warhol und Roy Lichtenstein ausgestellt. Jetzt also auch Oda Jaune.


Die Filmemacherin Kamilla Pfeffer – fasziniert von ihren Bildern – will die Künstlerin unbedingt kennenlernen, über sie ihren ersten langen Film wagen. Die Kontaktaufnahme dauert, erst nach zwei Jahren und einigen Begegnungen ist Oda Jaune bereit. Schließlich die Verabredung: mehrere Wochen dürfen Filmemacherin und Kamerafrau im Atelier dabei sein, wenn neue großformatige Bilder für die nächste Ausstellung entstehen. Ein Vorhaben, das sich schon bald als mittelschweres Problem erweist...

Es gilt Umwege und Auswege zu finden, um die filmische Annäherung an die Malerin zu ermöglichen. Ein ungewöhnliches Frage-Antwort-Spiel – angelehnt an den berühmten Marcel Proust-Fragebogen – gehört ebenso dazu, wie Besuche bei Menschen, die sich mit Oda Jaunes Bildern auseinandersetzen. Darunter: Schauspieler Lars Eidinger, Regisseur Thomas Ostermeier und Maler-Kollege Jonathan Meese.

„Wer ist Oda Jaune?“ – ein Film über eine Malerin und ihre Bilder. Ein nahes, zunehmend intimes Portrait einer jungen Frau, die ihre Vergangenheit hinter sich lassen musste, um ihre Zukunft zu finden

 

 

Pressestimmen

03.02.16 ZITTY:

„Selten entsteht in Künstler-Porträts eine derart intime Atmosphäre.“

http://www.zitty.de/fluchtbewegungen-in-der-15-ausgabe-der-perspektive-deutsches-kino/

 

15.02.16 RHEINISCHE POST ONLINE:
„Jaune antwortet mit dieser hohen Stimme, die einen zunächst verwirrt, und allmählich gerät man in den Bann dieser Frau, und man hätte gern ein Glas von jenem Zaubertrank, in den sie als Kind gefallen sein muss.“

http://www.rp-online.de/kultur/film/berlinale/berlinale-2016-ein-film-ueber-die-raetselhafte-oda-jaune-aid-1.5770557

 

13.02.16 SPIEGEL ONLINE:
„Die Faszination des Films liegt im krassen Gegensatz zwischen der drastischen Körperlichkeit dieser Werke und dem ätherischen Wesen der Malerin. In Interviewsequenzen haucht sie ihre Sätze, strahlt dazu ein kindliches Lächeln in die Kamera.“

http://www.spiegel.de/fotostrecke/berlinale-die-highlights-in-der-kurzkritik-fotostrecke-134574-22.html

 

17.02.16 MONOPOL – MAGAZIN FÜR KUNST UND LEBEN
„Man wünscht sich mehr behutsame Künstlerfilme wie diesen.“

http://www.monopol-magazin.de/was-unsichtbar-bleibt

 

19.02.16 - WDR 3
„Kamilla Pfeffer erzählt in intensiven Filmgesprächen die Geschichte der deutsch-bulgarischen Malerin, der es in Paris endlich gelingt, den Ruf als Witwe des Professors Jörg Immendorf abzulegen.“

http://www1.wdr.de/radio/wdr3/berlinale-kamilla-pfeffer-martin-hawie-100.html

 

15.02.16 WESTART MAGAZIN
„Ein kleiner Film, der sich bewusst vielen üblichen Konventionen verweigert. Keine Fotos von früher. Keine Privatgeschichten. Es geht um die Kunst.“

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westart-magazin/video-wer-ist-oda-jaune-portraet-der-bulgarisch-deutschen-kuenstlerin--100.html

 

21.12.15 BERLINALE
„Sie spricht leise, aber laut durch ihre Malerei. Sich diesem Prozess der Wort-Bild-Findung anzunähern, wagt die KHM-Studentin Kamilla Pfeffer in ihrem Abschlussfilm Wer ist Oda Jaune? (P: Gebrüder Beetz Filmproduktion, Co-P: KHM, Köln) und schenkt uns ein sehr intimes Porträt der Künstlerin.“

https://www.berlinale.de/de/presse/pressemitteilungen/alle/Alle-Detail_30100.html

 

 

DIRECTOR’S NOTE: ANNÄHERUNG


Lange hat sie gedauert, meine Annäherung an Oda Jaune. Im Herbst 2011 war mir in einer Kölner Kunstbuchhandlung ein Bildband mit ihren Aquarellen aufgefallen. Motive in Pastellfarben, wunderschön, zart – jedenfalls auf den ersten Blick. Beim näheren Betrachten dann inmitten scheinbarer Harmonie und Idylle verletzte Haut, offene Herzen, weinende, verstümmelte, sterbende Wesen. Seltsam ästhetisch. Irritierend berührende Bilder, erst auf den zweiten Blick „entschlüsselbar“. Bilder, die mich faszinieren, bewegen, beschäftigen, tagelang. Wer ist die Künstlerin, die solche Szenen malt? Ich will ihr begegnen, vielleicht einen Film machen...


Ein paar Tage später maile ich ihrer Agentin. Die prompte Antwort: „Oda Jaune steht zur Zeit für ein filmisches Projekt nicht zur Verfügung.“ Ich schicke Briefe an ihre Galerie in Paris – keine Antwort. Dann, Monate später, lese ich von einer Ausstellung im belgischen Namur. Und fahre hin. Dort sehe ich sie – ziemlich verloren zwischen all den Menschen, die ihretwegen gekommen sind. Eine Person von zarter Statur, dunkles Haar, heller Teint, ungeschminkt. Sie hält sich am Sektglas fest, mit beiden Händen. Und scheint erleichtert, als ich sie anspreche. Das übliche Vernissage-Geplauder, sagt sie, sei nicht ihre Stärke. Dass ich ihretwegen den langen Weg auf mich genommen habe, beeindruckt sie. Auf meine Filmidee aber reagiert sie verhalten: „Für sowas bin ich doch noch zu jung“. Ihre E-Mail-Adresse gibt sie mir trotzdem. Ich schreibe ihr. Mehrfach. Und warte.


Es dauert noch einmal fünf Monate, bis wir im September 2012 in einem Pariser Café zum ersten Mal ausführlich miteinander sprechen. Sie mag, dass wir fast gleich alt sind, ich dreißig, sie knapp drei Jahre älter. Sie fragt ob ich Balzacs Roman „Die Frau von dreißig Jahren“ kenne. Die Geschichte spiele in Paris und handle von der Forderung einer jungen Frau nach ihrem Recht auf Glück und Liebe. Was ist Glück für sie? „Wenn ich mit meiner Malerei aus etwas scheinbar Hässlichem etwas Schönes machen kann, wenn es mir gelingt, den ablehnenden Blick der Menschen in etwas Liebevolles zu verwandeln“. Ob ich verheiratet sei, will sie von mir wissen. Ja, sage ich. Was mein Mann denn mache? – Er ist Filmemacher. – Älter? – Ja. – Viel älter? – 38 Jahre, sage ich. Da muss sie lachen.

Tags drauf lädt sie mich ein, in ihr Atelier. Es liegt in einem Hinterhof. Die Tür öffnet sie in ihrer Malerkluft: schwarze Hose, farbverschmiert, T-Shirt, Turnschuhe. Ein heller Raum. Rechts neben dem Eingang – eine schmale Holztreppe, oben eine kleine Galerie. Unten, an den weißen Wänden, große Bilder, noch unvollendet: Ein gallertartiges Feenwesen, ein schwangerer Mann...


„Meine Figuren entstehen beim Machen, verändern sich ständig“, sagt Oda, „ich weiß nicht, was es zum Schluss sein wird.“ Denn ob mit Öl auf Leinwand oder mit Wasserfarbe auf Papier, sie arbeite stets ohne Modelle oder Skizzen, nur ihrer Stimmung und einer groben Idee folgend. Wichtig sei „sich nicht von der Realität einfangen zu lassen, sie bloß zu reproduzieren, sondern hinter den Schein der Dinge zu sehen, und sichtbar zu machen, was unter der Oberfläche liegt.“ Einmal  begonnen, werde nichts weggeworfen oder beiseite gelegt, kein Blatt. „Jedes Bild ist ein Kampf, ein Entstehungsprozess, der nicht vorhersehbar ist...“

Als ich auf meine Filmidee zu sprechen komme, erzählt sie, dass sie gerade erst die Anfrage eines Fernsehmagazins abgelehnt habe. Warum? „Weil ich mal wieder als die Witwe gezeigt werden sollte“. Ob das Thema Immendorff denn prinzipiell tabu sei, will ich wissen. „Nein, ist ja ein wichtiger Teil von mir“, aber darauf reduziert werden wolle sie nicht.

Im März 2013 dann, fast siebzehn Monate nach meinem ersten Kontaktversuch, ist sie schließlich bereit, sich von mir mit der Kamera begleiten zu lassen, mich mitzunehmen in ihre Bilderwelt, und mich dabei auch ein nahes Bild ihrer Person zeichnen zu lassen. Nach einem langen Telefonat schreibt sie spät abends per SMS: „Ich freue mich, dass wir einen Film zusammen machen:) gute nacht, oda“.

 

 

KURZ-BIOGRAFIE Kamilla Pfeffer

Geboren 1982 in Wiesbaden. 2003 – 2007 Studium der Politikwissenschaft und Romanistik in Mainz und Straßburg, ab 2009 Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln, mit den Schwerpunkten Dokumentarfilm und Fotografie. „WER IST ODA JAUNE?“ ist ihr Diplomfilm. Seit 2009 ist sie auch als freiberufliche Journalistin tätig – und als dramaturgische Beraterin für Dokumentarfilme.

FILMOGRAFIE

  • 2016 „WER IST ODA JAUNE?“ (Dokumentarfilm, 75 min), Buch & Regie & Ton
  • 2012 „MENSCHEN, KEINE NUMMERN MEHR – SCHÜLER BESUCHEN AUSCHWITZ“ (Reportage, WDR, 45 min), Co-Regie, mit Felix Kuballa
  • 2010 „DAS ARCHIV – WIE KÖLN SEIN GEDÄCHTNIS WIEDERFINDET“ (Dokumentation, WDR, 45 min), Buch & Co-Regie, mit Werner Kubny